#74

In a One Horse Town

Monday, 09. June 2008 - 9:14 Uhr In Alltag und Wahnsinn, Musik | 3 Reaktionen

Überraschung, liebe RSS-Abonnenten (alle drei). Heute geht es um Musik, genau wie letztes Mal, vor fast einem Jahr. Ich schäme mich so. Jetzt aber los.

Habe das Wochenende damit verbracht, woanders zu sein, nämlich in Bralitz und Berlin und dazwischen, on the road, wenn man so will. Das möchte ich vorab schonmal empfehlen: altes Auto, Freunde rein, Musik rein, Fenster runter, los. Kann eigentlich nicht schiefgehen, besonders wenn die Sonne tief steht.

Wir fahren Schlandstrasse

Nun zur Musik, die da lief, in diesem Volvo. Das war eine Doppel-CD compilation mit 39 Songs namens David Shrigley’s Worried Noodles. Ich weiß nicht genau, wer dieser Herr Shrigley ist, aber er kennt wohl viele Musiker. Jedenfalls sind da ganz hervorragende Sachen drauf, manche wohl auch exklusiv. Alte Bekannte, über die man sich freuen kann (Final Fantasy, Deerhoof, Grizzly Bear, Max Tundra) und neue Bands und Leute, über die man sich dann auch freut, weil auch toll. Leider war die Tracklist nicht im Volvo dabei, aber ich habe schonmal rekonstruiert dass ich One von Christopher Francis (influences: Frank Sinatra, Missy Elliott) mochte. One ist irgendwie nacheinander und teilweise gleichzeitig albern, melancholisch, lustig und whoa, düster. Außerdem: crooning. Das geht ja gut los. Herr Francis macht aber auch noch richtig spassige Sachen, z.B. alleine mit Kontrabass aktuelle Hip Hop-Songs covern. Irgendwie erinnert er mich trotz weitestgehend fehlender Gemeinsamkeiten ein wenig an Max Tundra, über den ich eigentlich auch nochmal etwas schreiben wollte.

Jedenfalls werde ich jetzt erstmal dieses Album bestellen, um rauszufinden, von wem der ganze andere tolle Kram war. Und in dem dazugehörigen Buch blättern, um mehr über David Shrigley zu erfahren.

Happy backlit people

In a one horse town
There’s just one horse

#73

Sofort Kaufen: Land of Talk

Monday, 25. June 2007 - 15:09 Uhr In Musik | Eine Reaktion

1. Make incredible music
2. Sell it online without DRM, make purchase quick, easy and painless
3. Profit

Das aktuelle Album Applause Cheer Boo Hiss der wirklich unverschämt wahnsinnig sensationellen ich-will-rumspringen-und-lebensbejahend-Dinge-kaputtmachen-Band Land of Talk kann man jetzt online kaufen. Acht 192kbit/s mp3s, ohne lästiges DRM, für 5,99$. Per PayPal bezahlen, und ein paar Minuten später hat man den Downloadlink zum gezippten Album in der Inbox. Wunderbar.

Wer einen PayPal-Account und 4,50€ hat, sollte definitiv zugreifen. Wer zweifelt, höre sich bitte “Speak to me Bones” auf der MySpace-Seite der Band an. Und springe.

#72

Happy Birthday Ok Computer

Saturday, 16. June 2007 - 11:11 Uhr In Musik | 3 Reaktionen

Heute vor genau zehn Jahren wurde “Ok Computer” von Radiohead in Großbritannien veröffentlicht. Das perfekte Album für das Ende eines Jahrtausends und eine große Vorahnung der Dinge die da kommen würden. Zukunftsangst, Entfremdung, Furcht vor neuen Technologien, Überwachung, Entmenschlichung, Materialismus, Hektik, Oberflächlichkeit, Machtpolitik, Krieg und Tod; an schwer wiegenden Themen mangelt es den Texten wirklich nicht. Und die Musik erst. Völlig außerirdisch, präzedenzlos. So neu, tief, zeitlos, unendlich faszinierend und nie vollständig zu erschließen. Ich habe es hunderte Male gehört, aber aus der epischen Breite und Tiefe sprudeln immer neue Details an die Oberfläche. Wenn bei “Airbag” das Schlagzeug einsetzt bekomme ich immer noch Gänsehaut, und die geht erst mit dem letzten Ton des Albums, dem erlösenden, strahlenden “Pling” einer Mikrowelle, wieder weg.

Wenn ich bis zum Ende meines Lebens nur noch ein Album hören dürfte, es wäre dieses.

Und jetzt noch ein, wie man als englischer Radiomoderator sagen würde, blast from the past:

Radiohead - Airbag (Live at Eurockennes 1997)

(Einbinden geht irgendwie nicht, sorry)

#71

Flickr zensiert

Thursday, 14. June 2007 - 10:52 Uhr In Medien | Comments Off

Warum nur, warum nur. Einer der feinsten Dienste im Netz wird über Nacht unsympathisch. Das Aufkaufen durch Yahoo tut denen eindeutig nicht gut, flickr zensiert nämlich jetzt die Bilder seiner Nutzer. We aus Deutschland, Singapur, Honk Kong oder Südkorea kommt, darf Bilder, die von ihren Erstellern nicht als “safe” geflaggt worden sind, nicht mehr sehen. Da geht es zwar hauptsächlich auf die ein oder andere halbwegs artistisch abgelichtete Brust oder Pobacke, aber darum geht es nicht, es geht ums Prinzip.

Ich bin 27 Jahre alt und darf mir rein rechtlich weit explizitere Dinge ansehen, also was soll diese Zensur? Wem dient sie? Bringt das tatsächlich irgendwem irgendetwas? Es kann doch nicht wirklich um nackte Brüste gehen, wir sind doch nicht in Amerika. Oder ist das, wie so oft, nur der erste Schritt? Wenn erstmal ein Zensursystem implementiert ist, kann man die Filter ja jederzeit problemlos erweitern. Sobald irgendwelchen Innenministern und selbsternannten Sittenwächtern wieder mal irgendetwas missfällt, schicken sie kurz eine Mail mit neuen Filtern an flickr. Es ist doch so simpel, also warum nicht nutzen? Erst sind es nackte Hintern, bald werden dann auch automatisch alle mit “Polizeigewalt” oder “Menschenrechtsverletzung” getaggted Fotos automatisch so geflaggt, dass wir sie nicht mehr sehen können.

Das System ist ja dann schon da, und man muss die Leute ja vor der Wahrheit und sich selbst schützen.

#70

I heart vinyl - why indie labels rock

Thursday, 31. May 2007 - 16:01 Uhr In Medien | Eine Reaktion

Gestern wer ich bei Someone Still Loves You Boris Yeltsin im Molotow. Das Konzert war gut, das Publikum war angenehm und die Band nach dem Auftritt fein gesprächig. Ich verließ das Molotow (dessen Logo übrigens ein Ambigramm ist) zufrieden und mit merchandise beladen, darunter die aktuelle 7″ der Band, und siehe da, man hat verstanden: wer die Platte kauft, darf sich legal die mp3s dazu herunterladen. Best of both worlds. Sub Pop macht das auch schon, spätestens seit dem letzten Shins-Album, und ich hoffe sehr, dass das Schule macht. Yay Polyvinyl und Sub Pop!

I heart vinyl - polyvinyl