#39

Evil

Friday, 24. February 2006 - 14:11 Uhr In Sojourner, Sonderbar | 8 Reaktionen

Ich bringe ja beizeiten meine Faszination für verfallene oder ihrer Funktion beraubte Dinge zum Ausdruck, aber eben bin ich im Netz auf Bilder eines Gebäudes gestoßen, das war selbst mir zu viel.

Es geht um das Ryugyong Hotel, das siebtgrößte Gebäude der Welt. Man sieht es in solchen Listen eher selten, denn es wurde nie fertiggestellt. Der Bau, der 1987 begann, wurde 1992 abgebrochen. Seitdem dominiert das graue, fensterlose Monstrum die Stadt, in der es steht: Pyongyang. Nordkorea.

Ryugyong Hotel - Skyline

Das Hotel ist, wie von der Nordkoreanischen Führung nicht anders zu erwarten, ein Testament enormen Größenwahns und wahnsinnig schlechten Geschmacks. Auf 330m Höhe sind 105 Stockwerke verteilt, gekrönt von sieben übereinander angeordneten rotierenden Restaurants. Die 3000 Zimmer hätten nur 2 Jahre nach Baubeginn bezugsfertig sein sollen, doch inzwischen steht das Hotel seit fast zwei Jahrzehnten als Denkmal an die völlig darniederliegende Wirtschaft des Landes leer in dessen Hauptstadt.

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#29

The Sky is Lila

Monday, 30. January 2006 - 17:36 Uhr In Sonderbar | Eine Reaktion

like Eightiesschminke.

Mehr wollte ich gar nicht sagen.

#5

Friedensblinde

Wednesday, 23. June 2004 - 16:41 Uhr In Sonderbar | Comments Off

Endlich, Bibliothekenbesuche fangen an, sich zu lohnen. Neben der Aneignung so interessanter Informationen wie der in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg üblichen Differenzierung zwischen Kriegsblinden und Friedensblinden (denen übrigens beiden die damals schon existenten Rundfunkgebühren erlassen wurden) bietet sich einem auch die Möglichkeit, Leute, die man schon lange nicht mehr gesehen hat, zu treffen, enthusiastisch zu begrüßen und anschließend gemeinsam mit ihnen über die unzureichende Bibliotheksinfrastruktur zu lästern. In der einen Bibliothek zumindest. Die andere ist neu, gut ausgestattet und hat angenehme labyrithartige Qualitäten. Manche Räume biegen sich auf eigenartige Art und Weise, und plötzlich taucht man wieder an seinem Ausgangspunkt auf, obwohl der Orientierungssinn einem nahelegt, man müsse theoretisch gerade ganz woanders sein. Im Archiv gibt es diese Gauck-Behördesquen Regale mit diesen Drehrädern an der Seite, mit denen man eine scheinbar beliebige Anzahl an Regalen auf einer Vorbestimmten Bahn durch den Raum kurbeln kann. Jedesmal frage ich mich, ob es schon vorkam, daß unachtsame Kurbler versehentlich in den Tiefen der Regale versteckte, gedankenverloren recherchierende Mitstudenten zwischen den Bücherreihen eingeklemmt haben. Man erwartet fast, daß bei dem Auseinanderkurbeln zweier Regale plötzlich die modrigen Überreste eines vor langer Zeit dort eingeklemmten und subsequent verhungerten Individdums zu Boden klimpern. Es ist jedenfalls ein Ort vieler Geheimnisse, verworren, vielschichtig, und doch bewege ich mich seit heute mit großer Sicherheit durch die verzweigten und selbstreferenziellen Gänge und Treppenhäuser. Noch schwieriger als das auffinden rarer Schriften ist allerdings die Lokalisierung eines funktionstüchtigen Kopiergerätes ohne eine zweistellige Menge davor wartender Studenten.

Im Übrigen darf die Sonne von mir aus gerne wieder.

Außerdem: Schland!

Gerade läuft: Steven - Par Paint