#7

Der Künstler im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

Tuesday, 18. January 2005 - 13:15 Uhr In Oh, me | Comments Off

Ich bin ja gerne dabei wenn es darum geht, die technischen, organisatorischen und kommunikativen Defizite meiner Universität hervorzuheben und zur Diskussion zu Stellen, heute bin ich allerdings ausnahmsweise mal begeistert. Man hat hier nämlich an verschiedenen Orten der Uni ein für Studenten kostenlos nutzbares WLAN eingerichtet. Es ist schnell, einfach einzurichten und die Verbindung ist auch stabil. Daß ich davon erfahren habe war allerdings eher ein Zufall als eine Folge gut geplanter Kommunkation zwischen Uni und Studenten. Anstatt zB Aushänge an die betreffenden Orte zu hängen oder auf der UNi-Seite einen “NEU! WLAN an der Uni”-Link zu setzen, muß man sich auf der Seite der Unibibliothek erst einmal für den Link “Laptopnutzung” interessieren, was ja doch eher nach Mahnungen der Sorte “klappern sie bitte so wenig wie möglich und machen sie um Gottes Willen den Ton aus” klingt. Naja, und so sitze ich nun in der Bibliotheca Albertina und bin mit meinem Notebook im Netz. Hervorragend. Nie wieder speckige Tastaturen, Mäuse ohne Räder und Signaturen abschreiben anstatt sie einfach irgendwohin zu kopieren. Rosige Zeiten.

Der Winter kann von mir aus gerne so weitergehen, 14 Grad und Sonne, von Weihnachten direkt in den Frühling, wundervoll. Was ich aber eigentlich wollte, ist über das in der Überschrift erwähnte Thema schreiben. Mit dem baldigen Uniabschluss und der seit Jahren nicht endgültig geklärten Frage, was danach kommt konfrontiert, denke ich ab und an an eine Zukunft als… nein, Webdesigner sind picklige 14-Jährige, als Mediengestalter oder Web Developer oder jedenfalls irgendetwas, das nach Qualität und Können klingt und nicht nach Frontpage. Aber auch davon gibt es ja nicht unbedingt wenige, und die Frage ist nun: wo will man hin? Standardseiten für kleine und mittlere Betriebe abspulen, sich selbst ein gutes Set an Komponenten bauen, die man immer wieder recyclen kann, und sich so durch die Monate retten? Oder besser extravagant, cutting-edge und mit wiedererkennbarem, persönlichen Stil auftrumfpen, bei dem Versuch möglicherweise nicht scheitern, und dann am Ende niemanden finden, der dafür bezahlen will? Oder ist das gar nicht die Frage, und eigentlich geht erstmal nur das Unliebsame, später beides, und am Ende das Coole? Oder, um nun vollends wie Carrie Bradshaw zu klingen, wäre es nicht eine bessere Idee, mit dem Geld zu verdienen, was man gelernt hat? Und ab ins nächste Dilemma: was habe ich gelernt in den letzten Jahren Uni? Gerade analysiere ich die Fernsehtrends der 90er Jahre, aber kann man mit so etwas erstens: Geld verdienen und zweitens: glücklich werden? Verstörend. Ist dieses ganze Gestaltergetue nur Wunschtraum und eigentlich doof? Wäre das nicht besser ein Hobby als ein Beruf? Braucht die Welt noch einen autodidaktischen Mediengestalter? Gibt es überhaupt Alternativen? Das Jahr beginnt mit vielen Fragezeichen. Bleibt dran, es verspricht spannend zu werden.

Gerade läuft: Silence in the library

#6

On the move

Sunday, 05. September 2004 - 21:19 Uhr In Oh, me | Comments Off

Es passiert gerade so viel und ich schreibe nie drüber, schrecklich. Vielleicht weil ich befürchte daß es nur für mich spannend ist. Jedenfalls habe ich vielleicht ab morgen eine neue WG, da freue ich mich schon sehr drauf, und ich habe seit heute jemanden, der meine Magisterarbeit betreut. Beides gut. Da ich das Wohnungsthema insgesamt spannender finde, erstmal mehr davon. Nunja. Eine 3er-WG, im Dachgeschoss (mit Lift, also entspannter Umzug), Holzboden, großartiger Aussicht auf eine Kirche und zumindest einer sehr netten Mitbewohnerin. Mitbewohnerin Nummer 2 ist sicherlich nicht weniger reizend, allerdings gerade im Urlaub. Es geht ihnen, wenn ich mal den zum Zimmer gehörigen Aushang zitieren darf, um das “Teilen von Grundnahrungsmitteln, alkoholischen Getränken, Wissensbereichen, Musikzeitschriften und sonstigem Spaß”, und da kann man,wie ich finde, nicht guten Gewissens fernbleiben. Vielleicht gibt es sogar DSL, oh welch Wonne, und dann auch regelmäßigere Updates hier. Jedenfalls morgen davon mehr.

Morgen hole ich auch noch den Film von unserem Semiurlaub ab, der blamablerweise noch einige Bilder von dem Urlaub des Jahres davor drauf hat. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da konnte ich “Photographie” noch guten Gewissens als Hobby in Fragebögen eintragen, doch ich fürchte, damit ist es längst vorbei. Es muß etwas geschehen.

Sonst versuche ich gerade das Killer-Tappingsolo aus “Aerodynamic” von Daft Punk auf Gitarre zu spielen, aber das Ergebnis ist bislang eher unbefriedigend. Wenn auch ansatzweise lustig.

Nun denn. Bis morgen.

Gerade läuft: Slomo - Boy from the city