#18
The feminist agenda is not about equal rights for women. It is about a socialist, anti-family political movement that encourages women to leave their husbands, kill their children, practice witchcraft, destroy capitalism, and become lesbians.
– Pat Robertson, fundraising letter, 1992
Pat Robertson, der der Ansicht ist, die USA sollten Hugo Chávez, den demokratisch gewählten Präsidenten Venezuelas, durch ein Attentat töten. Er habe Venezuela zu einem Hort von Kommunisten und Islamischen Extremisten gemacht (96% der Bevölkerung von Venezuela sind Römisch-Katholisch) und stelle eine enorme Gefahr für die USA dar.
Pat Robertson, der meint, Christen litten heute in den USA unter schlimmerem als Juden im Dritten Reich:
Just like what Nazi Germany did to the Jews, so liberal America is now doing to the evangelical Christians. It’s no different. It is the same thing. It is happening all over again. It is the Democratic Congress, the liberal-based media and the homosexuals who want to destroy the Christians. Wholesale abuse and discrimination and the worst bigotry directed toward any group in America today. More terrible than anything suffered by any minority in history.
– Pat Robertson, interview with Molly Ivins, 1993
Pat Robertson, der vorschlug, christlich motivierten Mördern (jene, die meinen, die Stimme Gottes habe sie zu ihren Taten getrieben) Immunität vor weltlichen Gerichten zu gewähren. Der sagt, daß die Araber die Sklaverei nach Amerika gebracht hätten. Daß Weiße Stimmen bei Wahlen mehr Gewicht erhalten sollen. Daß Frauen sich Männern unterzuordnen haben. Der Mann, der in seiner Fernsehsendung mit seinem Publikum dafür betet, daß im obersten Gerichtshof der USA ein Platz für einen christlichen Richter frei wird, also einer der jetzigen Richter stirbt, da die Posten auf Lebenszeit vergeben werden.
Pat Robertson, ein paranoide, fundamentalistische und letzlich völlig alberne Witzfigur, der unglaublicherweise seit Jahrzehnten eine Stimme im öffentlichen und politischen Alltag der USA gewährt wird. Der ernst genommen wird. Der von nationalen Fernsehsendern eingeladen wird und der interviewt wird, als wären seine Ansichten völlig normal. Auch der Mordaufruf an Chávez wird nur kurzfristig Empörung hervorrufen, und anstatt Robertson zu schaden und ihn zu diskreditieren wird seine Äußerung von vielen als prinzipiell patriotisch und gar nicht so unvernünftig verstanden werden.
Und wie begegnet man den Hunderttausenden, die ihn vorbehaltlos unterstützen, den Millionen, die “endlich tut mal einer was für uns Christen” oder “endlich sagts mal einer” denken, wenn er auf ABC, CBS oder CNN auftaucht? Seit Jahren kultivieren die Amerikanischen Rechten und religiösen Hardliner ihre vermeintliche Opferrolle, ihre Unterdrückung durch die ach so liberalen Medien, die übermächtigen Gerichte und die atheistischen Wissenschaftler, und trotz wachsender Kritik, z.B. am Kreationismus, trauen sich nur die wenigsten Medienmenschen und Politiker, den dreisten Lügen und populistischen Anfeindungen der Ultrakonservativen mit etwas anderem als Feigheit und Indifferenz gegenüberzutreten. Was für ein politisches Klima, in dem die Demokraten sich nicht trauen, eine Opposition zu bilden, und in ihren vergeblichen Versuchen, den Konservativen Stimmen abzugraben, ihnen immer ähnlicher werden.
Ach, frustrierend. Ich meine, es ist so weit weg, eigentlich könnte es mir ruhig egal sein, aber diese Dinge sind so extrem daß sie auch auf dieser Seite des Atlantiks belastend und unangenehm sind. It’s gonna get worse before it gets better. Befürchte ich.
Links zu Videos von den wenigen Mutigen
Jon Stewart, noch ein Mutiger
Und noch die Quelle für die Robertson-Zitate
Politik. Hier. Hilfe.

