Neulich war in der Schanze wieder mal Randale, jede Menge Linke bzw. einfach schwarz angezogene Leute kamen, um ihrem Hobby zu frönen und Dinge kaputtzumachen. Und andere Leute mit Sachen zu bewerfen, was sich ja nun wirklich in den seltensten Fällen gehört.

Wir waren auf dem Weg nach St. Pauli und standen ein wenig herum und lauschten den Polizeidurchsagen, die teilweise recht unterhaltsam waren in ihrer müden Indifferenz.

Bitte unterlassen Sie das Bewerfen der Ordnungskräfte

Manche waren auch unfreiwillig lustig, allerdings nur, weil wir von unserer Position aus deren Wahrheitsgehalt nicht einschätzen konnten.

Wir bitten alle Unbeteiligen, das Gebiet zu verlassen, Sie werden von gewaltbereiten Gruppen als menschliche Schutzschilde missbraucht

Besser wurde es, als sich Behördendeutsch in die Ansagen mischte.

Bleiben Sie zurück. Wir werden nicht zögern, wie vorhin schon Wasser abzugeben

Irgendwie klingt das nett. Und da kam mir eine Idee.

Diese Ansagen müssten von einem Schweizer gesprochen werden. Mit diesem langgezogenen, nonchalant-gelangweilten Tonfall, und mit ganz viel ch.

Halloooo, chönnen Sie das bitte lassen, wir beschmeissen Sie schließlich auch nicht, oder?

Chönnen Sie mal bitte alle dort hinüber gehen, Sie stehen hier etwas ungünstig.

Unterlassen Sie bitte das Umwerfen der Velos und Töfflis, das gehört sich wirklich nicht.

Nunja, ab da kristallisierte sich ein Konzept heraus, eine Doktrin, neue rules of engagement, quasi. Können Absurdität und Humor aggressive und humorlose Menschen davon abhalten, ihre Umgebung mit Pflastersteinen zu bewerfen? Sollte die ohnehin recht gut gepanzerte Bereitschaftspolizei auf Flaschenhagel nicht mit einer Salve Stofftiere reagieren? Am Besten aus diesen Druckluft-T-Shirt-Kanonen, wie man sie aus Amerikanischen Sportstadien kennt? Und sollten die Polizisten, wenn sie Arm in Arm Absperrketten bilden, nicht “Guantanamera” und andere Klassiker revolutionären Liedgutes schmettern? Am Besten leicht schunkelnd? Möglichst noch mit Mitgliedern des Polizeichores im Hintergrund, die das Ganze mit professionellen “bom bom bom bom”-Bass unterlegen?

Ein Versuch wäre es wert. Die allgemeine Verwunderung wäre phantastisch.

2 Reaktionen auf “Deeskalationsspäße”

 
  1. Sarah meinte

    ha! der mann bloggt & wie schön, dass dieser denkwürdige abend festgehalten wurde. :)

  2. Thomas meinte

    Hahaha grandiose Idee. Das stell ich mir sehr witzig vor und ich glaube das könnte sogar funktionieren. Wer wirft schon Steine auf singende Menschen?